Workshops 2012

Die Workshops finden am Freitag zwischen 15 und 21 Uhr und am Samstag zwischen 14 und 20 Uhr statt. Vorläufiges Programm! Einzelheiten können sich noch ändern.

Freitag:

15:00 Uhr:

16-18 Uhr:

17:00 Uhr:

19:00 Uhr:

Samstag:

14:00 Uhr:

15-17 Uhr:

15:30 Uhr:

16:00 Uhr:

17:00 Uhr:

18:00 Uhr:

Antira-Aktionsplenum Göttingen: Informations- und Mobilisierungsworkshop zum No Border Camp 2012 Köln/Düsseldorf — Freitag 15 Uhr

13.-22.07.2012 Köln/Düsseldorf
zusammen kommen | sich austauschen | vernetzen | handlungsfähiger werden
Sich gemeinsam und in verschiedenen Formen mit (Sammel-)Abschiebungen, Frontex, Antiziganismus, Alltagsrassismus und rechten Diskursen beschäftigen und Widerstand leisten; mit institutionellem Rassismus, den katastrophalen Lebensbedingungen von Flüchtlingen und Migrant_innen und den Kämpfen dagegen, mit Fluchtursachen, (Post-) Kolonialismus und der mörderischen Situation an den Außengrenzen und vielen weiteren Themen.
Critical whiteness und Empowerment werden eine wichtige Rolle spielen.

Das Camp möchte ein Ort sein, an dem Rassismuskritik, antifaschistische, feministische und kapitalismuskritische Perspektiven zusammen gedacht werden. Ein Ort, der gegenseitigen Austausch intensivieren und Bündnisse anstoßen kann, in denen die Kämpfe von Flüchtlingen und Persons of Color mit denen rassismuskritischer weißer Menschen zusammenkommen.

Kommt zum Camp, kommt mit Workshops, Aktionen oder einfach nur so
No Borders – No Nations

mehr: http://noborder.antira.info

„Dafür haben wir jetzt keine Zeit“ – Sexismuskritische Praxen — Freitag 15 Uhr

„Sexistische Kackscheisse“ klebt da. „Nein! heißt nein!“ hängt nebenan. Anti-Sexismus ist einer der konsensfähigen -Ismen. Viele können gleich mehrere Zitate einschlägiger Autor_innen einbringen. Und wir sind doch alle schon so emanzipiert. Hurra.
Warum sind sexistische Situationen und Übergriffe in unserem Alltag und auch in unseren Zusammenhängen trotzdem „normal“? Warum gilt Sexismuskritik als „Frauensache“? Warum rechtfertigen Leute sexistische Sprüche mit „Humor“?

Sexismuskritik sollte einen Ausdruck in unserer alltäglichen und politischen Praxis finden! Abstraktes Theoretisieren und blinde Flecken machen die Umsetzung dieses Anspruchs in konkretes Handeln oft schwierig. Für das Aufbrechen der sexistischen Normalität ist mehr notwendig als ein Bekenntnis. Es geht um einen Prozess der Sensibilisierung für einen solidarischen Umgang miteinander, der auf der wertschätzenden Anerkennung anderer Personen beruht, außerdem um die Anerkennung von individuell unterschiedlichen Wahrnehmungen von Situationen aufgrund unterschiedlicher sozialer Positionen und Privilegien. Aus einer herrschaftskritischen, emanzipatorischen Perspektive ist das Ziel mehr Selbstbestimmung und die Erweiterung von Handlungsspielräumen. Über Mechanismen von Dominanz und Herrschaft nachzudenken kann diese sichtbar – und für Veränderung zugänglich – machen. Der Fokus dieses Workshops soll darauf liegen, theoretische und strukturelle Überlegungen auf den (politischen) Alltag zu beziehen und so konkrete Perspektiven für direkte Interventionen zu entwickeln.

Raum zu geben und Rahmen um Anstöße anzustoßen oder weiterzudiskutieren versuchen wir in diesem Workshop. Mögliche Themen könnten sein: die unterschiedliche Rolle von im System von Sexismus privilegierten bzw. nicht-privilegierten Leuten (Depowerment- und Empowermentansätze und die Überschneidung verschiedener Benachteiligungsmechanismen) zum Beispiel in der Frage von Parteilichkeit, aktiver Positionierung und Intervention oder der Ankerkennung von Wahrnehmungen von Leuten; laute und leise / verbale und nonverbale / direkte und subtile Dominanzstrategien zum Beispiel bei der Entscheidungsfindung; gemeinschaftliche Verantwortung für die Prävention von sexistischen Situationen – kollektiver Umgang mit Übergriffen zum Beispiel in der Planung von Veranstaltungen oder beim Umgang mit intimer Gewalt; Möglichkeiten einen Prozess der Auseinandersetzung zu organisieren.
Bring your own Thema! Bring your own/your favourite Zine (was schon immer mal mehr Menschen gelesen haben sollten)!

mit espi und maren
mehr: lilue.blogsport.eu

Lesung aus „Begegnungen auf der Trans*fläche“ — Freitag 15 Uhr

mit dem kollektiv sternchen&steine

Cover von Begegnungen auf der Trans*flächeVielschichtige Kurzgeschichten und Zeichnungen erzählen von den Absurditäten des Trans*alltags. Aus der Sicht von autonomen/anarchistischen/queer-feministischen Trans*Leuten (so was gibt’s!) und ihrem Umfeld. Bücher, die sich geisteswissenschaftlich oder medizinisch mit dem „Phänomen“ trans* beschäftigen, gibt es viele. Hier ist endlich ein Buch mit Geschichten und Bildern, über die mensch auch mal herzhaft und befreiend lachen kann – der Zwang, sich 1nem von 2 Geschlechtern zuordnen zu müssen, bringt reichlich groteske Situationen hervor. Edition Assemblage

Screenprinting Rules! Siebdruckworkshop auf dem Antifee — Freitag 16-18 Uhr & Samstag 15-17 Uhr

Dieses Jahr gibt es, nach dem durchschlagenden Erfolg im letzten Jahr, wieder an beiden Tagen einen Siebdruckstand auf dem Antifee-Gelände. Bringt eure T-Shirts, Taschen, Tücher oder Tunikas mit und etwas Geduld und macht sie zu einem ganz einzigartigen tollen Teil! Wir bieten euch Farbe und Druckmotive an. Kommt vorbei!

Jeweils gegen Spende! Darüber hinaus könnt ihr auch tolle selbstbedruckte Taschen, T-Shirts und Patches am Siedruckstand kaufen!

Supported by Siebdruckplenum, Konzertgruppe1 und AK Panda

„Schwule Rapper, es wird Zeit, dass wir Tacheles sprechen…“ — Männlichkeitsentwürfe und (Hetero-)Sexismus im deutschsprachigen Rap — Freitag 17 Uhr

mit Sookee: Feminist/Queer Rapperin, Berlin, Label Springstoff

Der Input gibt einen Einblick in die Entstehung, Potentiale und problematischen Aspekte von Rap. Aufbauend auf Theorien zur Konstruktion von Geschlecht und aus der kritischen Männerforschung wird der Zusammenhang von Männlichkeitsentwürfen und (hetero-)sexistischen Images und Performances im deutschsprachigen Rap thematisiert. Hierbei geht der Input vor allem auf sprachliche Mechanismen ein, diskutiert die Verquickung von Gewalt und Sexualisierung und setzt sich mit dem Aspekt der Mehrdeutigkeit auseinander: Wie sind Männlichkeitsvorstellungen und (hetero-)sexistische Lines in Rap-Texten einzuordnen? Lassen sie sich alle eins zu eins übersetzen oder handelt es sich um bloße Ironie? Welche Rolle spielen hier rassistische Diskurse der Mehrheitsgesellschaft?

Jan Tölva: Männliche Identitätskonstruktion bei Fußballfans — Freitag 17 Uhr

Wenn von Fuß­ball und Ge­schlech­ter­ver­hält­nis­sen die Rede ist, wird für ge­wöhn­lich so­fort von Frau­en ge­spro­chen. Kaum je­mand spricht von den männ­li­chen Fuß­ball­fans. Dabei sind zwei Drit­tel der Fuß­ball­fans männ­li­chen Ge­schlechts. Bei Ul­tras ist die Quote sogar noch deut­lich höher. Kann das Zu­fall sein?

Die­ser Vor­trag soll sich mit den The­men Männ­lich­keit und Fan­kul­tur be­schäf­ti­gen und mit der Frage wie beide zu­sam­men­hän­gen. Es wird ein Blick ge­wor­fen auf die Ri­tua­le und die All­tags­pra­xis von Fuß­ball­fans und dar­auf wie diese per­for­ma­tiv Iden­ti­tät(en) kon­stru­ie­ren. Dabei wird davon ausgegan­gen, dass Männ­lich­keit, wie sie in die­ser Ge­sell­schaft ge­lebt wird durch­aus ein Pro­blem dar­stellt, mit dem es sich zu be­schäf­ti­gen gilt, wenn eine an­ti­ho­mo- und -trans*phobe, an­tis­e­xis­ti­sche und patriar­chats­kri­ti­sche oder an­ders ge­sagt eine fe­mi­nis­ti­sche und eman­zi­pa­to­ri­sche Kri­tik und Pra­xis ent­wi­ckelt wer­den soll.

Film und Diskussion: „Working On It“, D/Schweiz 2008, 50 min. — Freitag 17 Uhr

conversations * performances * queer electronics

ein Film von Karin Michalski und Sabina Baumann
(deutsch mit englischen oder französischen Untertiteln)

Filmplakat: Working On ItWORKING ON IT ist ein Film über Geschlecht und sexuelle Identität. Der Film will mithilfe von Interviews und Inszenierungen in den Diskurs über Geschlecht und Identität eingreifen. Er thematisiert, wie diese am Arbeitsplatz, im Kino/Fernsehen oder in den Beziehungen zu Hause konstruiert werden. Wie kann diesen Zuschreibungen begegnet werden?

Die 15 Darsteller_innen zeigen Bilder, performen, spielen Queer Electronics und sprechen über queere Strategien im Feld sexueller Politiken. working on it

film and discussion: Working On It
conversations * performances * queer electronics

a film by Karin Michalski and Sabin Baumann
(German with English or French subtitles)
conversations * performances * queer electronics

WORKING ON IT is a film about gender and sexual identity. With interviews and stagings the film wants to interfere into the discourse of gender and identity. It thematizes how these are constructed at workplaces, in the movies/on TV and in relationships at home. How can one deal with these ascriptions?

The 15 protagonists show images, make performances, play queer electronics and talk about queer strategies in the field of sexual politics.

more: working on it

Vor lauter Reichtum arm. Oder: Warum kann die Politik die Krise nicht stoppen? — Freitag 17 Uhr

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann
Publizist, langjährig freigestellter Personalrat, Stuttgart

Obwohl wir mit so wenig Arbeit wie noch nie soviel Reichtum wie noch nie produzieren können, sollen wir immer länger arbeiten. Der alte Menschheitstraum vom guten Leben für alle ohne Mühe und Plackerei könnte in Zeiten der Mikroelektronik Wirklichkeit sein. Doch die einen sollen arbeiten bis zum Umfallen, die anderen werden für überflüssig erklärt, sprich arbeitslos.
Was ist es, das da so grundsätzlich schiefläuft?
Die aktuelle Krise gibt es nicht, weil sich irgendjemand falsch verhalten hätte, sondern weil sich alle „richtig“ verhalten und das tun, was die Marktwirtschaft von ihnen verlangt.

Andrea Kügler: Männlichkeit und Whiteness im Emo/Hardcore — Freitag 19 Uhr

Im Vortrag zu Männlichkeitskonstruktionen und Whiteness in den Jugendbewegungen Hardcore/Punk wird anhand von ausgewählten Songtexten und Bildern über verschiedene Rollenbilder und Subjektkonstruktionen der Szene diskutiert. Durch einen ethnografischen Zugang werden Themen von HomoCore, Riot Grrrl und Afropunk angeschnitten.

Es geht vor allem um die Wahrnehmung und reflexive Arbeit zum Thema Männlichkeit und Whiteness. Wer nimmt in den Szenen wie Raum ein? Wo lassen sich subversive Strategien/Handlungen oder Emanzipation ausmachen?

Andrea Kügler ist selbst in der Hardcore-Szene aktiv. Sie hat in verschiedenen Hardcore/Punk Bands gespielt und veranstaltet regelmäßig Konzerte. Somit ist das Thema nicht nur eine wissenschaftliche Angelegenheit, sondern eine Reaktion auf eigene Erfahrungen und ein Versuch, mit Themen wie Heteronormativität und Whiteness in der Szene umzugehen.

Der Vortrag wird aus einer kritisch weißen Perspektive gehalten. Vorkenntnisse sind nicht unbedingt erforderlich.

Gr*I*P*: Einführung in den Antisemitismus von links — Freitag 19 Uhr

Der Workshop, der sich als Einführung versteht, möchte zunächst grundlegende Begriffsklärungen vornehmen und einen spezifischen Begriff von Antisemitismus liefern. Diesen gilt es vom Antijudaismus als auch gegenüber einem allgemeinen Rassismus-Begriff oder dem sekundären Antisemitismus abzugrenzen. Praktisch werden Beispiele antisemitischen Denkens im Kontext von Verschwörungstheorien, verkürzter Kapitalismuskritik, bei der relativierenden Schuldabwehr (und einer damit einhergehenden Täter-Opfer-Umkehr) und des Antizionismus behandelt. Anhand von Textbeispielen soll in Gruppenarbeit analysiert und anschließend gemeinsam diskutiert werden, inwiefern antisemitische Muster reproduziert werden und welche konkreten praktischen Probleme dabei auftreten (z.B. das generelle Fahnenverbot bei politischer Bündnisarbeit, wo es zumeist um die Israelflagge geht, die aber nicht ausschließlich eine Nationalfahne ist).

Der Workshop wird von der Gr*I*P* (Group in Progress) Hamburg veranstaltet.

Film: „femme*femme*femme*“, Hamburg 2010, 90 min. — Freitag 19 Uhr

Bewusst gewählt ist ihre Femininität, berichten die drei Interviewten in Anton Binnigs Film „femme*femme*femme“.

Der Dokumentarfilm gibt drei Femmes viel Raum, ihre ganz individuellen Konzepte von Femme-Sein vorzustellen. Vor der Kamera reflektieren die drei persönliche Erfahrungen und ihr vielschichtiges Verhältnis zu dieser bewusst gewählten Identität. Entstanden ist ein Film über drei Femmes, mit ernsten und witzigen Geschichten und einer unüberhörbaren, solidarischen Kritik an der queeren Szene.

Sichtbarkeit – modern Lesbarkeit – ist denn auch eines der Themen in Anton Binnigs Film. Wie werden Femmes gelesen, wer nimmt sie wahr und wie? Zu wenig ist die einhellige Antwort auf die letzte Frage, oft genug nicht „richtig“ und im schlimmsten Fall als Hetera. Die Innensicht – hart erarbeitete Femininität oder Femmeness – und die Außensicht oder Außen-Unsichtbarkeit als queeres Subjekt auszubalancieren war für die drei Interviewten eines der zentralen Themen: Femme als Gender, als eigenständige Geschlechterrollenidentität kommt selten vor – selbst bei Butch/Femme nur hinter dem Schrägstrich, wie eine der Frauen bemerkt.

Der Film verbindet Oral History, mündlich überlieferte Geschichte, mit Kunst. Graffiti von berühmten Namen werden gesprüht, Anziehpuppen mit den aufregendsten Gender Expressions versehen und Menschen mit interessanten Masken tanzen unscharf in dunklen Kellern.

Rassistische Hochschulpolitik an der Georg-August-Universität Göttingen — Freitag 19 Uhr

Ein Info-Workshop über Rassismus im Uni-Alltag, der in zwei Themenbereiche unterteilt ist:

1. Offizielle Regeln und Bedingungen für ausländische Studierende:
– DSH-Prüfung
– 8000€, die jede(r) ausländische Studierende haben muss, um in Deutschland studieren zu dürfen
– 100€ pro Aufenthaltstitel
– Probleme beim Fachwechsel
– Probleme bei der Arbeitssuche
– Probleme in Studentenwohnheime zu kommen
– keine Infoblätter zu Menschenrechten im Internationalen Büro der Uni

2. Rassistisches Verhalten von SachbearbeiterInnen, DozentInnen und Studierenden:
– muslimische Studierende, die letztes Jahr auf dem Campus geschlagen wurde
– rassistische SachbearbeiterInnen im Internationalen Büro
– rassistische SachbearbeiterInnen in Ausländerbehörde
etc.

Wir möchten mit diesem Workshop ersteinmal informieren, was es zum Thema Rassismus an der Uni zu beklagen gibt. Danach möchten wir als AntiRaAktionsplenum Feedback bekommen und andere Ideen oder Erfahrungen über das Thema austauschen.

Laura Brightwell: sexism in the queer community — Samstag 14 Uhr

Have you ever felt excluded from the queer community because of your gender expression? Discussion-based workshop that aims to share experiences of sexism and form femme and queer-feminine community. I’ll also introduce my zine project on this subject and talk about femme activism. Open to all feminine-identified queers, of whatever sex or gender. 15 participants max. Workshop in English with the possibility of German translation.

with Laura Brightwell, lipstickterrorist.wordpress.com

Hast du dich schonmal wegen der Art wie du dein Geschlecht ausdrückst aus der queeren community ausgeschlossen gefühlt? Dikussionsbasierter Workshop, in dem Erfahrungen ausgetauscht und Femmes und queer-feminine Menschen zusammengebracht werden sollen. Ich stelle außerdem mein Heftprojekt zu diesem Thema vor und rede über Femme-Aktivismus. Offen für alle feminin identifizierten Queers, egal welchen Geschlechts. Maximal 15 Teilnehmer_innen. Workshop in Englisch mit der Möglichkeit einer deutschen Übersetzung.

Intersex – weiteres Streiten notwendig, nach der parteiischen Stellungnahme des Deutschen Ethikrates „Intersexualität“ — Samstag 14 Uhr

„Etliche Betroffene sind aufgrund der früher erfolgten medizinischen Eingriffe so geschädigt, dass sie nicht in der Lage sind, einer normalen Erwerbstätigkeit nachzugehen, oder sie sind infolge der Eingriffe schwer behindert.“ (Deutscher Ethikrat 2012: S.165)

„Intersexualität – Überleben zwischen den Geschlechtern“ wurde die 8. Nummer der Zeitschrift „GiGi – Zeitschrift für sexuelle Emanzipation“ aus dem Jahr 2000 betitelt. Einem Überleben kam und kommt es für die Intersexe in der aktuellen Gesellschaft tatsächlich gleich. Bei ihnen treten weibliche und männliche Bestandteile des Genitaltraktes gemeinsam, also an ein und demselben Menschen, auf. Von Überleben muss gesprochen werden, nicht etwa weil die körperliche Besonderheit lebens- oder gesundheitsbedrohlich wäre. Das ist sie nicht, und nur in wenigen Fällen liegen tatsächlich die Gesundheit bzw. das Leben bedrohende Begleiterscheinungen wie Salzverlust vor, die medizinisch behandelt werden müssen. Eine eindeutige Geschlechtszuweisung zu weiblichem oder männlichem Geschlecht ist aber selbst dann medizinisch nicht notwendig. Sie findet derzeit bei Intersexen aber noch immer verbreitet im Säuglings- und frühen Kindesalter statt und ist verbunden mit massiven chirurgischen und hormonellen Eingriffen. Seit den 1990er Jahren gibt es gegen diese Behandlungspraxis, die auf eine Angleichung an die gesellschaftliche Norm zielt, Widerstand der so behandelten Menschen. Sie beschreiben, dass und wie gewaltvoll und traumatisierend diese Behandlungen für sie waren. Von Überleben von Intersexen muss also auf Grund zweigeschlechtlicher gesellschaftlicher Norm und der auf ihr basierenden medizinischen Interventionen gesprochen werden.
Bei der Veranstaltung (Input + Diskussion) wenden wir uns der aktuellen medizinischen Behandlungspraxis und der Sicht der Intersexe auf sie zu. Wir arbeiten die zentralen Punkte der Stellungnahme des Deutschen Ethikrates „Intersexualität“ heraus und diskutieren sie in Verbindung mit den Forderungen der Intersexe. Schließlich werfen wir einen Blick auf die neueren Befunde zum Erfolg der medizinischen Behandlungen (so genannte „Outcome-Studien“).

Biographische Notizen:
Heinz-Jürgen Voß (Dipl. Biol., Dr. phil.) ist antirassistisch, antifaschistisch und queer-feministisch politisch aktiv; studierte Diplom-Biologie (Abschluss 2004) und setzte mit Studien in Philosophie, Geschlechterforschung und Sozialpolitik fort. Voß promovierte sich 2010 zur gesellschaftlichen Herstellung biologischen Geschlechts. Forschungsschwerpunkte sind: biologisch-medizinische Geschlechtertheorien, Geschichte und Ethik der Medizin und Biologie, Queer-feministische und kapitalismuskritische Theorien. Veröffentlichungen: Intersexualität – Intersex: Eine Intervention (Münster 2012: Unrast; im Druck), Geschlecht: Wider die Natürlichkeit (Stuttgart 2011: Schmetterling), Making Sex Revisited: Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive (Bielefeld 2010: Transcript).

Bikesexual: vegan DIY sextoys from recycled bicycle parts — Samstag 14 Uhr

Learn how to make a harness, handcuffs, a collar, a whip or just a bracelet or jewellery, all from broken bicycle parts, with simple techniques, to make your sex life as dirty, as cheap and as green as you like, and to go beyond the limits of what you can get in a sex shop.

more: bikesexual.blogsport.eu

trans* – transphobie – trans*support für Anfänger*innen und Fortgeschrittene — Samstag 15:30 Uhr

Der Begriff „trans“ geistert seit einiger Zeit durch die linke Szene und trotzdem können viele nicht so richtig was mit dem Begriff anfangen, bzw. sehen darin „nur“ eine Kritik am binären Geschlechtersystem. Andere haben trans*Menschen in ihrem Umfeld und sind sich im Umgang mit diesen oft unsicher. Wenn du Lust hast ein bisschen was über trans* zu erfahren, wissen willst was eigentlich Transphobie/Transfeindlichkeit ist und wie sie sich äußert und dich fragst, wie du aktiv solidarisch mit trans*Leuten (sei es mit konkreten Personen in deinem Umfeld oder insgesamt) sein kannst, bist du in der Veranstaltung richtig.

Wir versuchen auch auf konkrete Fragen einzugehen.
D.h. ihr könnt die Veranstaltung auch nutzen, um Fragen loszuwerden, die ihr empathischerweise nicht auf einer Party einer flüchtigen Bekanntschaft stellen wollt, nur weil die Person zufällig trans* ist. Gruppe w.i.r.

For some time the word „trans­gen­der“ has found its way through the left scene. In spite of this many peop­le don‘t re­al­ly un­der­stand the term or only see a cri­tique on the bi­na­ry gen­der sys­tem. Others may know trans peop­le but are un­su­re how to re­la­te to them.

If you are in­te­rested to learn a bit about trans­gen­der peop­le, you want to know what trans­pho­bia ac­tual­ly is and want to act in so­li­da­ri­ty with trans peop­le (eit­her with trans people you know or in ge­ne­ral), then this work­shop is for you. We will also try to keep the work­shop fo­cu­sed on con­cre­te ques­ti­ons. This also means you can use the work­shop to ask ques­ti­ons that you would not feel com­for­ta­ble as­king a dis­tant trans­gen­der ac­quain­tan­ce.

Gr*I*P*: Reflexionen zum Begriff „slut“, insbesondere unter Berücksichtigung der Kritik von People of Color — Samstag 16 Uhr

Der Workshop möchte ausgehend von den Erfahrungen mit dem Hamburger Slutwalk von 2011 sich mit der Kritik am Slutwalk in Deutschland und der Kkritik am Slutwalk in den USA auseinandersetzen. Vor allem in Auseinandersetzung mit dem offenen Brief der PoC in den USA, der auf englisch und auch in deutscher Übersetzung vorliegt, soll eine eigene kritische Reflexion des Slut-Begriffs stattfinden und diskutiert werden, inwiefern es sinnvoll ist mit dem Label Slutwalk (Identitäts)Politik zu machen.

Der Workshop wird von der Gr*I*P* (Group in Progress) Hamburg veranstaltet.

You are the Jukebox & the Radiostar – oder: neue Musik von Mrs. Pepstein — Samstag 16 Uhr

The DJ is not a jukebox…diesen Satz unterstreicht Mrs. Pepstein gerne viermal fett, denn es gibt nichts nervigeres, als Musikwünsche an eine DJ!
In diesem Workshop jedoch seid ihr die Jukebox!! Ihr sucht die Songs aus und gebt euren Senf dazu und Mrs Pepstein liefert euch die entsprechenden Infos zu den Künstler*innen/Aktivist*innen oder die passenden Interviewschnipsel aus ihrer Sendung mit. Gemeinsam macht ihr so eine Big-Antifee-Radioshow mit tollen Künstlerinnen und EUCH (!), die später im Stadtradio Göttingen und im Radio Blau (Leipzig) gesendet werden soll. Ihr könnt so tolle Infos zu Künstler*innen und Feminst*innen bekommen, eure persönliche Hitliste um einige feministische und lebensqualitätsverbessernde Songs erweitern und ihr wisst am Ende wie das so geht, eine Radiosendung zu tüfteln..

Mrs. Pepstein macht seit vielen Jahren die Radiosendung „Mrs. pepsteins Welt“ bei Radio Blau in Leipzig. In ihrer Sendung lädt sie Menschen ein, die von einer neuen Platte, einem neuen Buch, einer neuen Tour, einer neuen Aktion, einer Mutterschaft, einer prekären Situation, einer neuen Idee, eines gender trouble oder einfach einer neuen Begebenheit ihres Lebens als Feminist*innen, Arbeitslose, Künstler*innen, Aktivist*innen, Teenies, Denker*innen, Dichter*innen oder Musiker*innen … erzählen. Es geht meist um das generelle subjektive Arrangement der Gäst*innen mit dem Leben wie es im Alltag eben ist und den Gedanken und Wünschen wie es sein sollte. Aber: „Diese Sendung kennt kein Ranking, keine Charts und kein Nerdgelaber!“
Falls ihr noch mehr nachlesen wollt: Mrs. Pepstein alias Katja Röckel hat publiziert in: „Hot Topic – Popfemnismus heute“: S.145-153. Oder schaut euch den Link an: klick!

Jenny Bauer: Raum & Geschlecht (Vortrag) — Samstag 17 Uhr

Raumforschung boomt in den letzten Jahren. Doch was ist überhaupt darunter zu verstehen, und was untersucht die Raumforschung? Warum könnte die Raumforschung interessant für eine kritische Auseinandersetzung mit Geschlechterverhältnissen sein? Auf diese Fragen versucht der erste Teil meines Vortrags Antworten zu geben. Dabei werde ich insbesondere auf Henri Lefèbvres Konzept der Produktion des Raumes eingehen. Ein zentrales Anliegen von Lefèbvre ist es, bei der Theoriebildung und Forschung das soziale Leben und die Alltagswelt nicht aus dem Blick zu verlieren. So stelle ich im zweiten Teil des Vortrags einige Beispiele vor, wie man mit Lefèbvres Theorie Praktiken räumlicher Aneignung – insbesondere mit geschlechterdekonstruktivem Ansatz – formulieren kann.

CFM: Wir sehen was wir hören — Die Wirkung von Musik und Sounds im Film — Samstag 18 Uhr

Wie vielen Menschen ist bewusst, wie viel der Klang einer Stimme und die Wirkung eines Musikstücks, zum Beispiel in der Werbung oder in Filmen, ausmacht?
Warum eine bestimmte Szene im Film ganz besonders beeindruckt hat, wird selten der Musik und der Soundarbeit zugeschrieben.
Dabei verdichtet sich durch einen guten Ton ein Film gleichsam zu einer akustischen Umwelt, der wir uns nicht entziehen können, die uns im Moment des Sehens umgibt und unmittelbar mit der Handlung verbindet. Wir werden vom Sound mitgenommen und danach beschreiben wir die Bilder der Szene, die uns so beeindruckt hat – übersehen die Klänge und sind uns dadurch ihrer Wirkung häufig nicht bewusst.

Im Workshop/Vortrag von CFM soll anhand von Beispielen deutlich werden, wie verschieden die Wahrnehmung ein und des selben Bildes sein kann, wenn sich die dazugehörige akustische Ebene verändert und wird erforscht, inwiefern unser musikalisches Empfinden von menschlichen Körperrythmen und Stimm- und Stimmungslagen, geprägt wird.
Besteht ein Zusammenhang zwischen Körpersprache und Musikerlebnis, zwischen menschlicher Stimme und musikalischer Stimmung?

Alle Workshopteilnehmer*innen möchten bitte jeweils ein Musikstück mitbringen, dass sie als besonders fröhlich und als traurig erleben. Es können Instrumentalstücke und auch Songs sein, aus allen Stilrichtungen von Experimenteller Musik über Pop bis Klassik, ganz nach persönlichem Geschmack.

Cornelia Friederike Müller aka CFM ist bildende Künstlerin und Soundkünstlerin, sie lebt und arbeitet in Leipzig. mehr…

Bini Adamczak: Lesung aus „Gestern morgen. Über die Einsamkeit kommunistischer Gespenster und die Rekonstruktion der Zukunft“ — Samstag 18 Uhr

Cover von Gestern MorgenDie Re-Konstruktion eines kommunistischen Begehrens führt in die Geschichte des Kommunismus und bürstet diese gegen den Strich: von 1939 bis 1917. Vom Hitler-Stalin Pakt bis zur Oktoberrevolution kreisen die Überlegungen Adamczaks um die Figuren von Partei und Klasse von Verrat und Versprechen, um sie in ihrer Logik, aber vor allem als Erfahrungen zu rekonstruieren. Die Autorin sucht das Trümmerfeld der Geschichte nach den revolutionären Wünschen ab, die darunter begraben liegen. Aber es gibt keinen unbeschadeten Zugriff auf die vergessenen Träume. Der Weg zu den vergangenen Hoffnungen führt über deren Enttäuschung, über das doppelte Scheitern der russischen Revolution, das unbewältigt immer noch anhält. Die bergende Arbeit an der Geschichte ist somit eine Arbeit der Trauer, eine Trauerarbeit, die das Buch einfordert und zugleich performativ vollzieht. Es birgt eine vergangene Zukunft, die Gegenwart hätte sein können und Zukunft sein kann: „gestern morgen“. unrast verlag

Zülfukar Cetin: Islamophobie & Homophobie — Samstag 18 Uhr

Dieser Vortrag basiert auf der Dissertationsarbeit „Homophobie und Islamophobie. Intersektionale Diskriminierungen am Beispiel binationaler schwuler Paare in Berlin“ und handelt von homophoben, rassistischen und sozialen Diskriminierungen, denen muslimische Schwule in Berlin ausgesetzt sind. Die Ergebnisse dieser Arbeit gründen auf biographisch-narrative Interviews mit insgesamt 15 schwulen Männern, die in einer bi-nationalen Partnerschaft leben.
Anhand der Interviewanalyse wird gezeigt, wie die Diskriminierungen eng mit der Macht des Diskurses verbunden sind. Identitätspolitiken, Essentialisierungstrategien, Marginalisierung sowie Differenzierung werden als eine ökonomische Macht bezeichnet, die auf Normalisierung abzielt, indem sie die „Anderen“, also die Devianten, Marginalen, Fremden etc. konstruiert.“
Zum Schluss wird die Analyse von zwei Biographien dargestellt. Die Ergebnisse der Auswertungen zeigen einen breiten Überblick über Erfahrungen und Erlebnisse der Interviewpartner, Kindheit, Sozialisation, sexuelle Entwicklung, Coming-out, Migrationserfahrungen, sowie über die Vielfalt der Diskriminierungserlebnisse. Der Fokus dieses Vortrages liegt aber auf die Erfahrungen der Interviewpartner mit Homophobie und institutionellen, strukturellen, kulturalistischen Rassismen.

Polyamorie und Netzwerke — Samstag 18 Uhr

Poly zu leben ist nicht einfach: Vorurteile der „Anderen“ aber auch die Schwierigkeit Gleichgesinnte zu finden oder einen sicheren Raum ohne Diskriminierung zu schaffen ist manchmal nicht leicht. Wenn dann noch queere oder andere nicht-normative Lebensarten ins Spiel kommen, werden die Herausforderungen noch größer. Es entwickeln sich spezifische Zusammenhänge die den Bedarf nach Netzwerken erhöhen.
Denn Netzwerke können das Leben erleichtern, sie bieten Platz und Raum zum Erfahrungsaustausch, sichere Orte können geschaffen werden, und sie sind eine Basis für Interventionen – politische und informative – in der Gesellschaft, so dass diese solidarischer und offener für die Vielfalt an Lebensmöglichkeiten wird.

Diskussionsrunde: Feminismus heute: Rückblick und Perspektiven bei Café, Kuchen und Chill Out — Samstag 18 Uhr

mit Helene, Charlotta und Roger Behrens
Was bedeutet hier und jetzt eigentlich Feminsmus? Was hatten Tine Plesch und Martin Büsser dazu in ihren Texten über Popkultur dazu sagen? Ist Feminsmus heute nur Pop? Was „darf“ die Feministin von heute? Was motiviert unterschiedlich sozialisierte Menschen dazu, sich mit Feminismus zu beschäftigen und gesellschaftliche Zustände zu reflektieren? Wie lässt sich Feminismus im Alltag leben und wie kann Feminismus Spaß machen? Muss Feminismus Spaß machen? Ist keine Zeit um wütend zu sein? Wenn doch, wie und warum?
Wir möchten gern mit euch gemeinsam über diese und andere Fragen diskutieren und über unterschiedliche Zugänge zu Feminismus ins Gespräch kommen. Dazu soll es eine Lesung von Roger Behrens zur Einstimmung geben. Anschließend wollen wir jungen Feminst*innen Fragen zu ihrer Perspektive auf Feminismus stellen… und euch zur Diskussion anregen.