Awareness und Sicherheit auf dem Antifee 2014

 

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1. Teil: Theoretische Überlegungen zu Awareness-Arbeit
2. Teil: Das konkrete Konzept
2.1 Allgemein
2.2 Sichtbarkeit
2.3 Buttons
2.4 Sicherheitsgruppe
2.5 Ansprechgruppe
2.6 Räume

 

1. Teil: Theoretische Überlegungen zu Awareness-Arbeit

Wir bilden uns nicht ein auf dem Antifee einen Raum herstellen zu können, in dem die Machtverhältnisse der Gesellschaft nicht wirken. Und das nicht, weil wir zu wenige mit zu wenig Zeit und zu wenig Kraft dafür sind. Sondern weil sich die Herrschaftsmechanismen und die kapitalistischen Produktionsweise wechselseitig bedingen. Die Verwertung der Menschen zum Zwecke der Mehrwertproduktion und die hierarchische Bewertung der Menschen aufgrund von sozial konstruierten Differenzmerkmalen stehen in komplexer Abhängigkeit zueinander. Notwendigerweise muss sich deshalb Kritik sowohl mit der strukturierenden Ökonomie, als auch mit den Herrschaftsmechanismen auseinandersetzen.

Genau auf Grund der wirkenden Herrschaftsmechanismen ist der Zugang zu notwendigen Ressourcen (Bücher, soziales Umfeld, Zeit, etc.) um Kritik zu üben unterprivilegierten Menschen oft erschwert oder verschlossen. Wer nicht gerade weiß, cis-männlich, Akademiker, zeitweilig nicht behindert, jung, deutsch, etc. ist, hat sich neben dem Widerspruch von Kapital-Lohnarbeit, noch mit weiteren oft als Ausschlüsse fungierenden Widersprüchen zu schlagen, und das auch innerhalb von linken Szenen.

Es geht nicht darum, diese Ausschlüsse auf eine rein kulturelle Ebene zu setzen, ihre ökonomische Verankerung zu negieren, und sie damit als unabhängig vom Kapitalismus überwindbar darzustellen. Das soll aber auch nicht heißen, dass eine Überwindung des Kapitalismus automatisch jegliche Herrschaftsmechanismen aufheben würde.

Wir wollen uns gleichzeitig aber auch nicht mit einem Zynismus zufrieden geben, der uns sagt, dass diese Ausschlüsse vollständig außerhalb unseres Machteinflusses liegen. Denn das tun sie nicht. Wir haben die Möglichkeit Teil eines Prozesses zu sein, der unterdrückende Muster sichtbar und somit angreifbar macht. Wir können unsere Ohnmacht jegliches Leiden überall sofort zu überwinden, gleichzeitig mit der Macht bestimmtes Leiden im Jetzt und Hier zu mindern/verhindern erkennen.

Vielleicht können wir gerade auf Grund von bestimmten Privilegien, welche uns z.B. als Student_innen gestattet werden, wie Zeit für unbezahlte Arbeit, diese Ressourcen nutzen, um Herrschaftsmechanismen entgegen zu wirken. So wollen wir mit dem Festival Zugang zu Inhalten, Bewegungen, Themen und_oder Perspektiven schaffen.

2. Teil: Das konkrete Konzept

Allgemein

Wir wollen ein Festival, auf dem sich möglichst viele Menschen wohl fühlen können. Dabei wollen wir die Verantwortung aber nicht an einzelne Personen(gruppen), die gerade eine Schicht machen, abgeben, sondern wir wünschen uns, dass alle Festivalbesucher*innen sich verantwortlich fühlen, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich alle frei bewegen können, ohne diskriminierendem oder grenzüberschreitendem Verhalten ausgesetzt zu sein.

Wir alle können dazu beitragen, das Antifee zu einem solchen Ort zu machen! Geht respektvoll miteinander um! Achtet auf eure und die Grenzen anderer!

Es soll sowohl eine Vor- wie auch eine Nachbereitung des Awareness- und Sicherheitskonzepts geben. Die Vorbereitung beinhaltet natürlich die Auseinandersetzungen mit dem Thema im Plenum und in der Kleingruppe und die Erstellung eines Konzepts.
Desweiteren möchten wir die Menschen, die Ansprechgruppen- oder Sicherheitsschichten übernehmen, möglichst gut durch einen Workshop im Vorfeld auf ihre Aufgabe vorbereiten. Die Teilnahme ist nicht Bedingung für die Übernahme einer Schicht, aber stark erwünscht.
Wir würden gerne den Prozess der Auseinandersetzung mit diesen Themen nicht nach dem Festival abbrechen lassen. Es soll ein offenes Nachbereitungstreffen geben, zu dem wir euch hiermit herzlich einladen: Am 24. Juni (Dienstag) um 17 Uhr im JuZi. (Rückmeldungen zum Konzept gern auch per Mail an: mitmachen [at] antifee.de)

Weitere Informationen zum Thema Awareness & Sicherheit sowie Infomaterialien gibt es auch am Infostand direkt an der Bühne. Auch die “I <3 awareness”-Buttons können dort abgeholt werden.

Sichtbarkeit

Auf dem Antifee gibt es mehrere Personengruppen, die angesprochen werden können:

  • Die Button-Träger*innen, die an ihren großen “I <3 awareness”-Buttons zu erkennen sind.

  • Die Ansprechgruppe, die an einem lila Aufnäher mit der goldenen Aufschrift “Ansprechgruppe” zu erkennen ist.

  • Die Sicherheitsgruppe, die an einem pinken Aufnäher mit der goldenen Aufschrift “Sicherheit” zu erkennen ist.


Was bedeuten diese Buttons?

Die Ansprechgruppe kann niemals das ganze Festival-Gelände überblicken. Daher sind wir auf Unterstützung durch euch, die Besucher*innen dieses Festivals, angewiesen.

  • Du möchtest gerne das awareness-Konzept auf dem Antifee unterstützen und es sichtbarer machen?
  • Du traust dir zu, eine Situation sensibel einzuschätzen und möglicherweise die Ansprech- oder Sicherheitsgruppe hinzu zu bitten?
  • Du kannst dir vorstellen, eine Person zum Ansprechgruppenzelt zu bringen?

Dann: Hol dir gerne an dem Infostand einen I <3 awareness-Button ab und trage ihn sichtbar und verantwortungsbewusst, also solange du dir dies zutraust.

Am Infostand werden zu den Buttons auch SOS Zettel ausgegeben.

 

Die Button-Tragenden Leute sind ansprechbar und haben einen besonders sensiblen Blick für das Geschehen auf dem Festival. Sie nehmen eine vermittelnde Rolle zwischen Festivalbesucher*innen und einer Ansprech-Gruppe ein und machen zugleich das Awareness-Konzept sichtbar. So können sie Leute zur Ansprechgruppe begleiten oder z.B. der Sicherheits-Gruppe Bescheid geben, wenn sie einen Vorfall beobachten.

Die Buttonträger*innen haben auch SOS-Zettel dabei auf denen steht wie und wo Personen Unterstützung bekommen können.

Die Buttons werden in Eigenverantwortung getragen und auch in Eigenverantwortung abgenommen. (z.B. bei Betrunken sein, bei Übermüdet sein, bei genereller Überforderung, etc.)

Bildlich gesprochen sind die Buttonträger*innen Augen und Ohren des Awareness- und Sicherheits-Konzeptes.


Sicherheitsgruppe:

Während des gesamten Festivals wird es Sicherheitsschichten geben, die bei grenzüberschreitendem, diskriminierendem und unerwünschtem Verhalten angesprochen und um Unterstützung gebeten werden können.

Die Sicherheitsgruppe selbst hat die Aufgabe über das Gelände zu gehen und auf unerwünschte Dinge und Verhalten zu achten, darauf aufmerksam zu machen und einzuschreiten. Im Extremfall kann dies auch bedeuten, Leute vom Gelände runterzuschmeißen.

Desweiteren kann auch die Sicherheit eine Vermittler*innenrolle zur Ansprechgruppe übernehmen und den Kontakt zur Ansprechgruppe herstellen.

Pro Schichtteam gibt es höchstens einen Cis-Mann, der Rest ist mit F*LT*I* besetzt.

Ansprech-Gruppe:

Die Ansprechgruppen leisten primär Betroffenenarbeit. Was wir darunter verstehen, möchten wir hier kurz ausführen:

Die Ansprechgruppe soll in diesem Jahr Ansprechgruppe heißen, und nicht etwa „antisexistische Ansprechgruppe/ASA“ wie oft in Göttingen üblich, da wir glauben, dass sich Menschen aus vielen Gründen beispielsweise auf einem Festival unwohl fühlen können und es sich dabei nicht unbedingt um Sexismus handeln muss. Somit soll der Begriff „Ansprechgruppe“ zeigen, dass die Gruppe auch angesprochen werden kann, wenn das Unwohlfühlen nicht oder nur teilweise mit Sexismus zu tun hat.

Dabei können wir aber für nichts garantieren und möchten das auch offen aussprechen. Wir wollen versuchen ansprechbar zu sein, zu unterstützen und für die Person, die uns anspricht da zu sein und Support zu geben.

Allerdings sind beispielsweise in der Göttinger Linken Szene größtenteils weiße und cis Perspektiven (aber nicht nur!) vertreten und auch im Antifee-Plenum sieht es ähnlich aus (siehe Selbstpositionierung, folgt). Wir sind uns dieser Problematik bewusst, sehen die Lösung aber nicht darin, Personen, die in unserer Gesellschaft bereits unterprivilegiert werden, noch mehr extra-Aufgaben und Verantwortung zuzuschieben, indem wir sie bitten Teil der Ansprechgruppe zu sein. Deshalb können wir also in manchen Fällen nur anbieten, aus unserer jeweiligen Perspektive zuzuhören und Gehörtes nicht zu hinterfragen. Eine Person von uns fasste das einmal so zusammen: „Wir wollen leisten, was wir leisten können, aber bilden uns nicht ein, dass das genug wäre.“

Dazu soll außerdem gehören, dass wir anbieten können, auch nach dem Vorfall in Kontakt zu bleiben, um zum Beispiel längerfristige Therapie zu vermitteln, denn die können wir nicht leisten.

Die Ansprechgruppe kann auch versuchen, einen „safen Schlafplatz“ nach eigenen Bedürfnissen zu organisieren.

Wenn die Ansprechgruppen gerade keine Betroffenenarbeit leisten müssen, halten sie Augen und Ohren offen, greifen zur Not aber auch ein. Sprechen wir in Bildern, haben die Buttons hauptsächlich Augen und Ohren, die Ansprechgruppen aber zusätzlich Hände.

Da wir alle, die wir dieses Konzept geschrieben haben, von Sexismus betroffen sind, wollen wir uns zu unserem Verständnis von Anti-Sexismus noch etwas genauer äußern:

Bei Vorfällen von sexualisierter Gewalt gilt auf jeden Fall Definitionsmacht! Das bedeutet für uns, dass der Fokus auf der betroffenen Person liegt, dass die betroffene Person die Situation definiert und wir parteilich mit der Person sind. Das bedeutet: Wir hinterfragen weder die Person, noch ihre Perspektive!

Dabei ist uns bewusst, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt, in dem Moment geht es aber nur um die eine Wahrheit, nämlich die der betroffenen Person. Davor müssen unsere Wahrheiten erst einmal zurücktreten und können wenn dann nach der Situation beachtet werden, zunächst steht aber das Wohl der betroffenen Person im Vordergrund.

Im Umgang mit der betroffenen Person sollen den Bedürfnissen der Person zugehört werden und in Richtung Selbstermächtigung gearbeitet werden.

Sollte der Fall eintreten, dass zwei Personen Definitionsmacht quasi gegeneinander einfordern, wollen wir unsere Ressourcen zunächst auf beide Personen aufteilen und nicht davon ausgehen, dass beide die jeweils andere Person vom Gelände verweisen möchten. Auf die Frage was ist, wenn dieser Fall eintritt, haben wir bis heute keine Antworten gefunden und freuen uns über Input dazu.

Weitere Informationen zu Betroffenenarbeit findet ihr auch in der Broschüre „unterstützung geben“ von LesMigras. (Link)

Es wird wieder ein Ansprechgruppen-Handy geben, dessen Nummer auch auf Flyern etc. zu finden ist.

Personen der Ansprechgruppe sind auf dem Gelände, vor dem Ansprechgruppen-Zelt und beim AStA zu finden. Auch hier gibt es höchstens einen cis-Mann pro Schicht.

Räume

Wir als Orga-Team sind uns bewusst, dass wir mit dem Festival keinen vollständig sicheren Raum garantieren können, denn auch das Antifee befindet sich nicht abseits gesamtgesellschaftlicher Strukturen und Mechanismen.

Wir möchten allerdings versuchen auf dem Antifee Strukturen zu stellen, die diesen Mechanismen entgegenwirken können bzw. Betroffene möglichst gut supporten.

Dazu gehört, dass es auf dem Festivalgelände einen Safer Space (“geschützterer Raum”) geben wird, der jederzeit aufgesucht werden kann. In diesem Safer Space wird den ganzen Tag über mindestens eine Person der Ansprech-Gruppe sein.

Auch im Asta, der Ort, an dem die Workshops stattfinden, wird es einen Safer Space geben, an dem eine Person der Ansprechgruppe ist und an die sich die Festivalbesucher*innen während der Workshops wenden können.

Vor beiden safer spaces gibt es eine „Ampel“. Wenn diese auf rot zeigt, findet in dem Raum gerade Betroffenenarbeit statt und es soll nicht gestört werden. Vor dem Zelt steht aber immer noch eine Person, die ansprechbar ist.

Es wird außerdem ein FLT*I*-Zelt geben, in das sich alle, die sich als Frauen*, Lesben*, Trans*, Inter* verstehen, zurückziehen können.

Für FLT*I*-Schlafplätze meldet euch bei der Schlafplatzbörse am Infostand.

Sämtliche Räume auf dem Gelände sind ausgewiesen!

Security and Awareness at Antifee

Theoretical Considerations on Awareness-Work –

We cannot claim to be able to make the Antifee into a place, where power structures of society do not count; not because we aren’t enough people or don’t have enough time and energy to do so, but because power structures and the capitalist mode of production are connected – and mutually dependant. The exploitation of human beings in the name of surplus value (or profit) and the hierarchical validation of people based on socially constructed markers of difference are connected to each other in a complex way. Therefore it is neccessary for a critical perspective to take economical structures into account, while also looking at (other) structures of power.

It is these power structures that are the cause of the limitation of access to neccessary resources, such as books, a specific social setting, time, etc. that are needed in order to formulate critique; resources which underprivileged people often have little or no access to. Those, who happen to not be white, cis male, an academic, temporarily able-bodied, young, german, etc., find themselves not only to be confronted with the contradiction of capital and wage work, but also with further objections/ forms of exclusion – also in leftist scenes.

We do not want to claim that these exclusions are merely cultural, and negate their embeddedness in capitalism in order to claim them as overcomeable despite capitalism. At the same time this does not mean that overcoming capitalism would automatically abolish all power structures. Also, we don’t want to settle with saying that these exclusions are completely outside of our own control. Because they’re not. We have the option to be part of a process of making oppressive patterns visible and therefore, vulnerable. We can recognize our powerlessness concerning an ending of all harm, while at the same time, acknowledging our own power to end or lessen certain forms of harm/ suffering right here and now.

Perhaps it is due to privileges as for example being students and having the time for unpaid work, that certain resources can be used in resisting power strucutures. In this perspective we would like to create access to contents, movements, and perspectives at the Antifee festival.

 

 

The Concept –

 

In General

We want to have a festival in which as many people as possible can feel comfortable. We don’t want to give individuals, who take over shifts (such as security and awareness shifts) the responsibility in ensuring this, but instead, for everyone at the festival to contribute to creating an atmosphere, where everyone can move freely without being exposed to discriminating or boundary-crossing behaviour.

All of us can contribute to making this possible at the Antifee Festival! Treat each other with respect! Be aware of your boundaries and those of others!

 

There will be a concept for security and awareness, developed by the Antifee Organisation Team, as well as a follow-up discussion for reflection.

Also, we would like to give everyone a chance to prepare for doing a shift at the festival by attending a preparation workshop. The attendance is not a neccessity, but highly reccommended. We also would like for the process of dealing with this topic to continue after the festival. Therefore there will be the possibility for a feed-back discussion.

Further information will follow.

 

More information on awareness and security work can be found and the infodesk right next to the stage. There you can get the „I <3 Awareness“-buttons.

 

Visibility

At the festival, there will be several groups of people who can be approached:

  • those, with the „I <3 Awareness“-buttons
  • the awareness-group which can be spotted by the purple patch with „Ansprechgruppe“ in golden letters
  • The security-group which can be spotted by the pink patch with „Sicherheit“ in golden letters

 

What do these buttons mean?

It is impossible for the awareness-group („Ansprechgruppe“) to have an eye on the whole festival. Therefore we need you, the guests, to take charge.

  • If you would like support the awareness and security concept of the festival and make it more visible
  • If you feel confident enough to react sensibly in a given situation and can inform the awareness- or security group
  • If you can imagine accompanying a person to the „awareness-tent“ („Ansprechgruppenzelt“) if neccessary

Then, pick up an „I <3 awareness“ button at the info-desk, fasten it to your clothes and wear it responsibly – but only as long as you see yourself capable of doing so.

You will also be getting an SOS-paper along with your button at the info-desk.

 

The people with the awareness-buttons are meant to have an eye on what’s happening at the festival. With this, they take a mediating role between the festival guests and the awareness-group and also make the awareness concept more visible at the festival. For example they can accompany someone to the „awareness-tent“ or inform the security-group if they have observed an incident. The people with the buttons also have an SOS-paper with notes on how and where people can get support.

The buttons should be worn and also taken off for responsibly. This means to take off the button in the case of tiredness, being stressed out, or being drunk.

You could say that the people with the awareness-buttons are the eyes and the ears of the awareness- and security concept of the festival.

 

Security-Group

During the entire festival there will be security shifts, which can be asked for support in the case of boundary-crossing, discriminating and unwanted behaviour. The security-group itself has the job of walking around the festival grounds and keeping an eye out for unwanted behaviour and situations, of making people aware of these situations and of intervening. In an extreme case this might mean to send someone off of the festival grounds.

Also, the security-group can contact the awareness-group.

Each shift (team) will consist of one cis male max, the rest being occupied by F*L*T*I* persons.

 

Awareness-Group

The awareness-group will primarily be focusing on those affected. In the following we would like to shortly explain what this means.

This year the awareness-group is referred to as awareness-group, and not „antisexistische Ansprechgruppe“ („antisexist address-group“), as often the case in Göttingen, because we believe there can be many reasons why a person can feel uncomfortable in a situation, like at a festival, which doesn’t neccessarily have to do with sexism. The term „Ansprechgruppe“ is supposed to highlight the fact that one can also turn to the group if feeling uncomfortable, which might not or only partially have to do with sexism.

What we would like to make clear is that the awareness-group cannot guarantee anything. What we can do is to try to be there and give support to those who approach the awareness-group.

However, often, such as in Göttingens leftist scene, white and cis-perspectives are dominant. This also pertains to the Antifee organization group. (See „self-positioning“)

We are well aware of this problem, but do not think that those who are already underprivileged in society should be pushed in taking over extra work and responsibility, such as being part of the awareness-group. Sometimes we can merely offer to listen and assure not to question what has been told to us. You could say that we want to do what we can, but cannot rest assured that that is enough.

Therefore what we can also offer is to stay in touch, also after an incident, and perhaps refer to therapeutic support, for that is something we aren’t capable of doing.

Also, the awareness-group can organize a safe place to sleep for the night, accordingly to specific needs.

When the awareness-group is currently not dealing with someone who is affected, then they are keeping all eyes and ears open, and do step in if neccessary. Therefore, you could say, that those with the buttons have eyes and ears, and the awareness-group also has hands.

 

As all of us who have worked on this concept are affected by sexism and we would like to comment on our conception of antisexism.

In the case of incidents of sexualized violence the person affected has the power/authority of definition („Definitionsmacht“).

For us this means that our focus is on the affected person, who defines the situation/ incident and we „take sides“ for the affected person. This means that we do not question the affected person/ perspective.

We are aware that there is never just one perspective or truth – this particular moment though, is about the person affected, therefore it is about this persons truth and our own truths must be set aside for this moment for the well-being of the affected person.

Dealing with the affected person must be about taking the persons needs seriously and trying to give support towards self-emancipation.

In the case of two people referring to „Definitionsmacht“ towards each other simultaneously, we want to support both people. In the case of both asking for the other person to leave the festival, we can’t say how we would deal with the situation. For any insights on this question, we would be very thankful.

For more information on support for affected people, see the brochure of LesMigras [in german – sorry!].

 

There will also be an awareness-group mobile phone, as well as leaflets with the phone number. People from the awareness-group can be found on the festival grounds, in front of the awareness-group tent, and at the „AStA“ building. There will also be maximum one cis male in each awareness-shift.

 

Spaces

The Antifee organization team is aware of the fact that a completely safe space can’t be guaranteed and that the Antifee is not disconnected from societal structures and mechanisms. Our aim is to ensure structures that can work against unwanted mechanisms and can support affected people as well as possible. This entails that there will be a „Safer Space“ on the festival grounds where one can go anytime during the festival, where there will be someone from the awareness-group. This pertains to the AStA-building as well.

In front of both „Safer Spaces“ there will be a light, signalling whether or not the awareness-group is dealing with someone already. If the light is red, please do not disturb and approach the person in front of the tent.

Additionally there will be a F*L*T*I*-tent, in which anyone who sees themself as female*, lesbian*, trans* or inter*, can spend time and kick back.

For F*L*T*I* accomodation, please inform yourself at the info-desk.

All places are marked!